Literaturland Baden-Württemberg
Mainz 1875
Mainz 1875

Herimann der Lahme (1875)

 

Nach sorgfältigem Quellenstudium gab Hansjakob 1875 eine Biographie Herimanns des Lahmen von der Reichenau heraus. Dieser gelähmte Mönch war zur Zeit des bedeutenden Abtes Berno eine Zierde der berühmten Klosterschule Reichenau und ein Universalgenie des 11. Jahrhunders.

   Neben zahlreichen Schriften verschiedener Wissensgebiete, vor allem seiner Weltchronik in den Jahren 1048–1954, verfaßte Herimann u.a. die bekannten marianischen Antiphonen „Salve Regina“ und „Alma redemptoris mater“, die er nicht nur in Verse gesetzt, sondern auch komponiert hat.

   Pater Schubiger von der Sängerschule St. Gallen urteilt über die Antiphonen: „Wäre Herimann auch einzig der Verfasser und Tonsetzer der beiden Antiphonen Salve Regina und Alma redemptoris, so hätter er sich schon ein unvergängliches Denkmal in den Annalen des katholischen Kirchengesanges gesetzt.“

   Erwähnt werde soll hier noch ein Aufsatz Hansjakobs in „Badische Biographien“ 1881 über den an anderer Stelle genannten Universitätsprofessor Ritter von Buß (1803–1878), dessen Schüler Hansjakob in Freiburg war. Als Sohn des Schneidermeisters Buß in Zell a. H. stieg der begabte Franz Joseph mit der dreifachen Doktorwürde zu hohen Stellungen auf, war Abgeordneter im Badischen Landtag, kämpfte in der Paulskirche in Frankfurt für Großdeutschland und war Präsident des ersten deutschen Katholikentags 1848. Im Jahre 1863 erhob Kaiser Franz Joseph ihn in den erblichen Ritterstand. Mit 71 Jahren übernahm er noch neben seiner Gelehrtentätigkeit ein Reichstagsmandat in Berlin.

Herimann, der Lahme von der Reichenau. Sein Leben und seine Wissenschaft.

  • 1. Auflage. Kirchheim Verlag, Mainz 1875.