Literaturland Baden-Württemberg

Feierabend (1918)

 

Dieses letzte Buch Hansjakobs wurde nach dessen Tode von Pfarrer Anton Trunz in Andelshofen herausgegeben.

   Es enthält die Gedanken und Erlebnisse, die der lebensmüde Hansjakob vom Herbst 1913 bis zum 7.7.1914 mit langen Unterbrechungen niederschrieb.

   Das letzte Buch atmet nicht nur Feierabendfrieden, es ist nicht frei von Gereiztheiten und Bitterkeiten, aber es bezeugt auch, daß Hansjakob trotz der zunehmenden Zeichen körperlicher Hilflosigkeit seiner alten Tage der ungebrochene und unbeugsame Charakterkopf bis zum Ende blieb. Ja, er drückte sich in diesen Tagebuchblättern ganz offen aus. Er wollte sich eben alles von der Seele schreiben. Mit gutem Gewissen brauche er nichts, was er früher geschrieben habe, zu widerrufen.

   Dankbar vermerkt er die Freude über teilnahmsvolle Besuche alter Bekannten. Besinnliche Unterhaltung bereiteten ihm auch die zahllosen Briefe, die er seit mehr als 50 Jahren gesammelt hat, Briefe von guten Freunden, berühmten, aber auch einfachen, originellen Leuten, die heute noch der Auswertung warten.

   Das tapfere unumwunden offene Bekenntnisbuch schließt mit ergreifenden Abschiedsworten an seine große, weithin weithin verbreitete Lesergemeinde:

 

   „Und nun sag ich allen den Getreuen ein herzliches ‚Behüt euch Gott‘ und auf Wiedersehen in einer anderen, besseren Welt! Ich selbst aber will meines Lebens Leid und meine Ansichten und Meinungen nicht mehr in die Feder fleißen lassen, sondern still ertragen, schweigen und entsagen, bis mir die letzte Stunde schlägt. Will halten mich an des Dichters Wort:

 

   Doch rechte keiner mit den Sternen,

   wieviel auch stets ihm mißbehagt,

   Denn jeder muß entsagen lernen,

   Bis er dem Leben selbst entsagt. –“

Feierabend. Tagebuchblätter.

  • 1. Auflage. Hrsg. Anton Trunz, Bonz Verlag, Stuttgart 1918, 274 S.
  • 2. Auflage. 4. u. 5. Tsnd., Hrsg. Anton Trunz, Bonz Verlag, Stuttgart 1918, 274 S.
  • 6.–8. Auflage. Hrsg. Anton Trunz, Bonz Verlag, Stuttgart 1923, 274 S.